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Gebleicht und begast: Was mit importierten Walnüssen auf dem langen Transportweg passiert

Im Supermarktregal liegen sie makellos nebeneinander: helle, gleichmäßig saubere Walnussschalen, wie frisch poliert. Was viele Verbraucher als natürliche Reinheit interpretieren, ist in Wahrheit oft das Ergebnis eines ganz anderen Prozesses, der auf dem langen Weg von der Plantage bis ins Regal stattgefunden hat.

Auf der einen Seite haben wir beispielsweise kalifornische Walnüsse, die man im Discounter oder Lebensmittelhandel findet. Dort sieht man, dass sehr oft die Schale perfekt gereinigt ist. Und die Wahrheit ist, sie ist nicht perfekt gereinigt, sondern wurde gebleicht. Diese Nüsse wurden gebleicht, diese Nüsse wurden begast, um den langen Transport zu überstehen, sind optisch aber makellos.

Dazu kommt, dass immer dann, wenn Nüsse große Transportwege vor sich haben, wie sie aus Kalifornien, aus Chile, aus China oder aus Australien kommen, diese Nüsse begast werden. Und auch da gibt es die gleiche Problematik, dass diese Begasung am Ende dazu führt, dass Rückstände im Nusskern zu finden sind. Die Begasung dient dabei vor allem dazu, Schädlinge und Pilzsporen abzutöten, die sich während der wochenlangen Schiffs- oder Lufttransporte in den Schalen entwickeln könnten.

Meistens werden diese Nüsse im konventionellen Anbau auch während des Jahres, während der Saison, mehrfach mit Insektiziden, Pestiziden und Fungiziden behandelt, sodass die Ausschussquote sehr gering ist und die Nüsse entsprechend optisch gut aussehen. Die makellose Optik ist also keineswegs ein Zeichen besonderer Frische oder Qualität, sondern das Ergebnis eines mehrstufigen chemischen Behandlungsprozesses, der auf die Anforderungen des globalen Handels zugeschnitten ist.

Dabei sollte man nie nur auf die Schale gucken. Denn es ist klar: Wenn Nüsse gebleicht werden, dann haben sie eine perfekt saubere Schale, und so sauber wäre die Schale nicht einmal, wenn man jede Nuss sonst behandeln, bürsten würde. Die Schale ist zudem nicht perfekt geschlossen, und die Substanzen, die während des Jahres gesprüht werden, finden mit Sicherheit ihren Weg in die Nuss.

Aus all diesen Gründen empfiehlt es sich, auf eine ökologisch angebaute, regionale Nuss zurückzugreifen, bei der lange Transportwege und die damit verbundenen Nachbehandlungen von vornherein entfallen. Eine leicht unregelmäßige, nicht ganz makellose Schale ist dabei kein Mangel, sondern im Gegenteil oft ein gutes Zeichen dafür, dass hier nicht mit Bleiche und Begasungsmitteln nachgeholfen wurde.