Es gibt einen Unterschied zwischen einer Ware, die jederzeit in beliebiger Menge verfügbar ist, und einer Ernte, die tatsächlich begrenzt und an einen bestimmten Zeitpunkt im Jahr gebunden ist. Unsere Walnüsse gehören eindeutig zur zweiten Kategorie, und genau das macht für uns einen wesentlichen Teil ihres Werts aus.
Die gesamte Ernte ist geprägt von einem sorgfältigen, mehrstufigen Prozess, der sich nicht beschleunigen lässt. Die Bäume werden geschüttelt, die Nüsse in Netzen aufgefangen, und weil meistens am selben Baum verschiedene Reifestadien vorhanden sind, braucht es mindestens zwei, oft auch drei Erntegänge, um möglichst viele Nüsse des Baumes zu bekommen. Erst danach folgt die grobe Sortierung, das Waschen und die schonende Trocknung über mehrere Wochen, bis die Feuchtigkeit bei unter neun Prozent liegt und die Freigabe für den Verkauf erfolgen kann.
Diese Sorgfalt hat einen Preis, den man in der begrenzten Verfügbarkeit spürt: Unsere Nüsse sind meist nicht das ganze Jahr verfügbar, aus dem einfachen Grund, weil irgendwann mal die Ernte ausverkauft ist. Meistens ist es der Fall, dass schon je nach Erntejahr die Nüsse im Frühjahr vergriffen sind. Statt eine künstlich aufgestockte, ganzjährige Verfügbarkeit vorzutäuschen, halten wir uns strikt an das, was unsere Bäume in einem gegebenen Jahr tatsächlich hergeben.
Diese Begrenztheit ist kein Marketinginstrument, sondern schlicht die ehrliche Konsequenz eines Anbaus ohne Pestizide, Fungizide und Insektizide. Als ökologisch wirtschaftender Betrieb verzichten wir bewusst auf diese Mittel, und das bedeutet: Unsere Nüsse sind so, wie die Natur sie uns schenkt, zum Teil vielleicht nicht perfekt, aber das gehört dazu, dass eine gewisse Ausschussquote da ist. Eine kleinere, dafür aber naturnah gewachsene Charge ist für uns die logische Konsequenz aus dieser Entscheidung.
Für uns als Landwirte hat dieses Prinzip einen klaren Vorteil: Wir können alle Nüsse verkaufen und haben keine Lebensmittelverschwendung, und so ist eigentlich der Kreislauf so, wie er sich schließen sollte. Wer eine Weile auf die nächste Herbsternte wartet, erhält am Ende eine Nuss, die tatsächlich Saison, Sorgfalt und einen bewusst naturnahen Anbau widerspiegelt, statt einer beliebig verfügbaren, aber anonymen Handelsware.