Am Anfang stand keine fertige Idee, sondern eine Frage, die uns nicht mehr losgelassen hat: Macht es überhaupt Sinn, auf unseren Standorten in Brandenburg Walnüsse anzubauen? Diese Frage konnten wir uns nicht aus dem Bauch heraus beantworten. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.
Wir haben uns sehr viel in Fachliteratur eingelesen, haben Betriebe, hauptsächlich im europäischen Ausland, besucht und mit Experten gesprochen, um uns dann selbst die Antwort zu geben. Diese Recherchephase war alles andere als eine kurze Angelegenheit. Es ging darum zu verstehen, welche Bodenbedingungen ein Walnussbaum wirklich braucht, welche Sorten mit welchem Klima zurechtkommen und welche Fehler andere Betriebe bereits gemacht hatten, die wir nicht wiederholen wollten.
Am Ende dieser Recherche stand eine klare Erkenntnis: Unsere Böden in Brandenburg sind geeignet für den Anbau von Walnüssen. Doch damit war die eigentliche Arbeit erst am Anfang, denn genauso wie bei Äpfeln und Birnen gibt es auch bei Walnüssen eine Vielzahl von Sorten, auch wenn sie nicht so bekannt sind. Es ging also nicht darum, irgendeine Walnuss zu pflanzen, sondern die richtigen Sorten für genau unsere Bedingungen zu finden.
Ein zentrales Auswahlkriterium war dabei die Frostresistenz während der Blütezeit. Wir haben Sorten gesät, die standortgerecht sind, die mit unseren Böden gut zurechtkommen und die auch relativ spät im Frühjahr treiben, um den Spätfrösten zu entkommen. Da Spätfröste im April eine der größten Gefahren für die gesamte Ernte darstellen, war dieser eine Faktor letztlich entscheidend für die gesamte Sortenauswahl.
Gleichzeitig haben wir bewusst auf Tafelsorten gesetzt, also auf Sorten, bei denen sich die Nuss leicht knacken lässt, sich der Nusskern leicht entnehmen lässt, wo man garantiert kein Messer oder andere spitze Gegenstände dafür braucht, und wo ein angenehm nussiger Geschmack mit einer leichten Bitternote zu finden ist. Diese Bitternote ist für uns kein Makel, sondern die eigentliche Charakteristik der Walnuss, wie wir sie kennen und schätzen.
Landwirtschaftlich betrachtet ist eine solche Standort- und Sortenanalyse vor der eigentlichen Pflanzung ein entscheidender Erfolgsfaktor im Obstbau: Bodentyp, Wasserhaushalt, Mikroklima und regionale Frostrisiken bestimmen maßgeblich, welche Sorte langfristig gesund und ertragreich wachsen kann. Eine Fehlentscheidung an dieser Stelle lässt sich später, wenn die Bäume bereits Jahre im Boden stehen, kaum noch korrigieren. Unsere Recherchereise war also keine akademische Fleißarbeit, sondern die Grundlage für eine Entscheidung, die über Jahrzehnte trägt.