Wer erwartet, dass eine Naturprodukt-Mischung Jahr für Jahr exakt gleich schmeckt, wird bei unseren Walnüssen eine kleine, aber interessante Überraschung erleben. Und genau diese leichte Variation ist für uns kein Makel, sondern Ausdruck eines bewussten, natürlichen Anbauprinzips.
Wir bauen mehrere Sorten von Walnüssen an, darunter Sorten wie Franquette, Parisienne, Mars und Fernor, wobei dies nur einige Beispiele aus einer größeren Sortenpalette sind, die auf unseren Flächen wächst. Der Grund für diese Vielfalt liegt darin, dass diese Walnusssorten sich in ihren Eigenschaften als Tafelnuss sehr ähneln, anbautechnisch aber wichtig sind, weil es immer sein kann, dass in einem Anbaujahr eine Sorte aus irgendwelchen Gründen ausfällt oder der Ertrag geringer ausfällt, und so kann das mit anderen Sorten kompensiert werden.
Diese Risikoabsicherung hat einen direkten Effekt auf das, was am Ende beim Kunden ankommt: Je nachdem, wie sich das Wetter in einem bestimmten Jahr entwickelt hat, wie stark einzelne Sorten von Spätfrösten im Frühjahr oder von Nässe im Sommer betroffen waren, verschiebt sich das Mengenverhältnis der einzelnen Sorten innerhalb der Gesamternte von Jahr zu Jahr leicht. Da sich die Sorten in Nuancen wie Größe, Schalendicke, Ölgehalt und Intensität der charakteristischen Bitternote unterscheiden, verändert sich dadurch auch das geschmackliche Gesamtbild der Ernte minimal.
Diese Schwankung ist letztlich das direkte Gegenteil von industrieller Gleichförmigkeit, wie sie oft bei standardisierten, aus einer einzigen Hochertragssorte stammenden Importwaren zu finden ist, etwa bei der Sorte Jumbo, die fast nur süß schmeckt, weil die charakteristische Bitterkeit dort weitgehend herausgezüchtet wurde. Unsere bewusste Entscheidung für mehrere Sorten bedeutet dagegen, dass jede Ernte ein natürliches, leicht variierendes Abbild des jeweiligen Anbaujahres darstellt.
Für uns ist genau das ein Qualitätsmerkmal, kein Nachteil: Eine Mischung, die sich von Jahr zu Jahr geschmacklich minimal verändert, zeigt, dass hier tatsächlich Naturprodukte aus unterschiedlichen Sorten geerntet werden, deren Ertrag und Charakter von echten, wechselnden Wetterbedingungen abhängt, statt einer künstlich vereinheitlichten, ganzjährig identischen Massenware zu entsprechen.