Nicht jede Walnuss eignet sich gleichermaßen gut für jedes Gericht, auch wenn die Unterschiede zwischen unseren Sorten auf den ersten Blick subtil erscheinen mögen. Wer sich näher mit den einzelnen Sorten beschäftigt, entdeckt feine, aber durchaus relevante Nuancen, die sich in der Küche gezielt nutzen lassen.
Wir bauen mehrere Sorten von Walnüssen an, darunter Sorten wie Franquette, Parisienne, Mars und Fernor, ergänzt um weitere Sorten aus unserer größeren Sortenpalette. Der Grund für diesen bewussten Sortenmix liegt vor allem in der Ertragssicherheit, denn diese Walnusssorten sind sich in ihren Eigenschaften als Tafelnuss sehr ähnlich, gleichzeitig aber wichtig füreinander, weil bei Ausfall einer Sorte in einem Jahr andere Sorten den Ertrag kompensieren können.
Allen unseren Sorten gemeinsam ist die Eigenschaft, echte Tafelsorten zu sein: Die Nuss lässt sich leicht knacken, der Nusskern lässt sich leicht entnehmen, ganz ohne Messer oder andere spitze Gegenstände, und man findet einen angenehm nussigen Geschmack mit einer leichten Bitternote. Genau diese leichte Bitternote ist die Charakteristik der Walnuss, wie wir sie kennen, und sie ist es auch, die die Walnuss – roh oder geröstet – kulinarisch so wandelbar macht.
Kulinarisch entfaltet die charakteristische, feine Bitterkeit unserer Tafelsorten ihre größte Wirkung in Kombination mit süßen oder cremigen Elementen: In einem Walnusskuchen oder in Verbindung mit karamellisiertem Zucker gleicht die Süße die Bitternote elegant aus, sodass beide Aromen sich gegenseitig verstärken, statt sich zu überdecken. In herzhaften Anwendungen, etwa geröstet über einem Rote-Bete-Salat mit Ziegenkäse oder fein gehackt in einem Pesto, sorgt genau diese Bitternote für eine geschmackliche Tiefe, die milde, bitterstofffreie Sorten wie die kalifornische Jumbo-Nuss nicht bieten können.
Da unsere Sorten von Jahr zu Jahr in leicht unterschiedlichem Verhältnis zueinander geerntet werden, je nachdem, wie sich Frühjahrsfröste und Sommerwetter auf die einzelnen Sorten ausgewirkt haben, variiert auch die Gesamtmischung minimal in Intensität und Nuance. Für die Küche bedeutet das: Eine besonders kräftige, bittere Charge eignet sich hervorragend für kräftige, herzhafte Gerichte, während eine mildere Ernte gut zu zarteren Anwendungen wie einem klassischen Walnusskuchen oder einem cremigen Walnuss-Dessert passt. Diese natürliche Schwankung macht das Kochen und Backen mit unseren Nüssen zu einem kleinen, jährlich wiederkehrenden Experiment, das sich lohnt, bewusst wahrgenommen zu werden.