Viele Verbraucher gehen davon aus, dass die harte Schale einer Walnuss einen zuverlässigen Schutzschild gegen äußere Einflüsse darstellt, auch gegen Pflanzenschutzmittel, die während der Saison auf konventionell angebaute Nüsse gesprüht werden. Diese Annahme hält einer genaueren Betrachtung jedoch nicht stand.
Was viele Verbraucher nicht wissen, ist, dass im konventionellen Anbau die Nüsse nicht einfach so am Baum wachsen und irgendwann mal abgeschüttelt werden und das war’s, sondern da wird aktiv eingegriffen während des Sommers, während des Frühjahrs, während der Wachstumsphase, und zwar mit Fungiziden, mit Pestiziden, mit Insektiziden. Man will im Grunde nichts anderes als die Ausschussquote verringern.
Der entscheidende Punkt dabei: Diese sogenannten Pflanzenschutzmittel bahnen sich ihren Weg in die Nuss, das sollte man immer vor Augen haben. Die Schale der Nuss ist nicht perfekt geschlossen. Und die Substanzen, die während des Jahres gesprüht werden, finden mit Sicherheit ihren Weg in die Nuss. Anders als oft angenommen, ist die Walnussschale also keine hermetisch abgeschlossene Barriere, sondern weist mikroskopisch feine Poren und Verbindungsstellen auf, über die Wirkstoffe im Laufe der Vegetationsperiode eindringen können.
Verschärft wird diese Problematik bei Nüssen mit langen Transportwegen: Dazu kommt, dass immer dann, wenn Nüsse große Transportwege vor sich haben, wie sie aus Kalifornien, aus Chile, aus China oder aus Australien kommen, diese Nüsse begast werden. Und auch da haben wir die gleiche Situation, dass diese Begasung am Ende dazu führt, dass Rückstände im Nusskern zu finden sind. Zu den während der Vegetationsperiode gesprühten Wirkstoffen kommt also bei importierter Ware noch eine zusätzliche chemische Behandlung nach der Ernte hinzu.
Chemisch betrachtet handelt es sich bei den meisten dieser Fungizide und Insektizide um systemisch oder zumindest lokal wirksame Substanzen, die gezielt in Pflanzengewebe eindringen sollen, um dort ihre schützende Wirkung gegen Pilze und Schädlinge zu entfalten. Diese Eigenschaft, tief in pflanzliches Gewebe vorzudringen, macht sie einerseits wirksam gegen die Zielorganismen, andererseits aber auch schwer vollständig von der äußeren Schale fernzuhalten. Wer diesen Zusammenhang kennt, versteht, warum ein Verzicht auf jegliche chemische Behandlung während der gesamten Vegetationsperiode, wie er im ökologischen Anbau praktiziert wird, der einzig verlässliche Weg ist, um eine wirklich rückstandsfreie Nuss zu erhalten.