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Warum werden konventionelle Walnüsse mit Fungiziden behandelt? Ein Blick hinter die Kulissen

Eine Frage, die sich viele Verbraucher nie stellen, weil sie schlicht nicht wissen, dass es sie überhaupt zu stellen gibt: Warum werden Walnüsse im konventionellen Anbau eigentlich mehrfach während der Saison mit Fungiziden behandelt? Die Antwort dazu liegt direkt am Baum selbst, ganzjährig, meist unsichtbar für das bloße Auge.

Auf dem Baum, am Baum, leben ganzjährig eine Vielzahl von Pilzen. Und ein Teil davon hat einen direkten Einfluss auf die Qualität der Nuss. Manche sind nur für Verfärbungen verantwortlich, wirken sich aber nicht auf den Geschmack aus. Andere Pilze hingegen wirken sich auf die Entwicklung des Nusskerns aus oder auch auf die Schimmelbildung. Im konventionellen Anbau behandelt man dann die Nüsse mehrmals mit Fungiziden, damit diese Pilze zurückgedrängt werden.

Das Ziel dieser Behandlungen ist im Kern ein rein wirtschaftliches: Man will im Grunde nichts anderes als die Ausschussquote verringern. Je makelloser und einheitlicher die äußere Erscheinung der Nuss, desto besser lässt sie sich im großflächigen Handel vermarkten. Für uns als ökologisch wirtschaftenden Betrieb entfällt diese Praxis vollständig: Wir verzichten selbstverständlich auf Pestizide, Insektizide und vor allem Fungizide.

Das hat für uns eine direkte, sehr konkrete Konsequenz. Unsere Nüsse sind so, wie die Natur sie uns schenkt, zum Teil nicht perfekt vielleicht, aber das gehört dazu, dass eine gewisse Ausschussquote da ist. Diese Ausschussquote könnte man verbessern, indem man während der Vegetationsperiode einen Mix an Pestiziden und Fungiziden einsetzen würde. Aber genau das lehnen wir ab, und genau das schätzen auch unsere Kunden, die uns schon seit vielen Jahren begleiten.

Ökologisch betrachtet ist diese hohe Pilzpräsenz am Baum kein Anzeichen mangelnder Pflege, sondern eher Ausdruck eines natürlich funktionierenden Systems, in dem sich Baum, Umgebung und Mikroorganismen in einem ständigen, dynamischen Gleichgewicht befinden. Ein solches System vollständig pilzfrei zu halten, wäre nur mit wiederholten, tief in dieses Gleichgewicht eingreifenden chemischen Behandlungen möglich, mit entsprechenden Folgen für Boden, Wasser und die umgebende Artenvielfalt.

Wir haben uns bewusst für den anderen Weg entschieden: für einen naturnahen Anbau, bei dem eine kleine Ausschussquote der Preis dafür ist, dass am Ende keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in der Nuss zu finden sind, dafür aber der volle, unverfälschte Geschmack.