Es gibt eine stille Übereinkunft in vielen Betrieben, die Walnüsse verarbeiten, und die meisten Kunden wissen davon nichts. Man verkauft die schönen, großen, makellosen Kerne als Tafelnuss zum Knacken und Naschen – und presst aus dem Rest, aus dem, was optisch oder qualitativ nicht ganz reicht, das Öl. Das ist wirtschaftlich nachvollziehbar, aber es ist nicht unser Weg, und wir wollten das von Anfang an anders machen.
Üblicherweise werden nur die besten Nüsse als Tafelnüsse zum Knacken und Direktessen verkauft, während mit den kleineren oder weniger guten Nüssen Öl gepresst wird. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden. Für unser Walnussöl verwenden wir wirklich nur die besten Walnüsse, vergleichbar mit Handelsklasse 1 – also genau jene Qualität, die andere für den Tafelverzehr reservieren würden. Das bedeutet für uns höheren Aufwand bei der Sortierung, geringere Mengen und mehr Handarbeit. Aber es bedeutet eben auch, dass am Ende kein Kompromiss im Glas – oder in unserem Fall im Weißblechkanister – landet.
Der Grund dafür ist eigentlich naheliegend, auch wenn er in der Branche nicht selbstverständlich ist: Wenn man den besten Rohstoff zur Verfügung hat, wirkt sich das natürlich auf die Qualität des Endproduktes aus. Ein Öl kann in der Presse nicht besser werden, als es der Kern vorgibt, aus dem es gewonnen wird. Kleine Mängel, unreife Stellen, beschädigte Kerne – all das trägt sich in den Geschmack und in die Haltbarkeit des späteren Öls hinein. Wer bei der Auswahl des Rohstoffs spart, spart am Ende an der falschen Stelle.
Diese Entscheidung hat auch etwas mit unserer Haltung als bio-veganer Hof zu tun. Wir sehen unsere Produkte nicht als Resteverwertung eines höherwertigen Hauptgeschäfts, sondern jedes einzelne Produkt – Nuss, Öl, Kräuter, Urgetreide – als eigenständiges Ergebnis unserer Arbeit auf dem Feld. Das Walnussöl ist für uns kein Nebenprodukt, sondern ein eigenständiges Ziel, für das wir von der Ernte bis zur Sortierung eigene Sorgfalt aufbringen.
Praktisch bedeutet das: Nach der Ernte werden die Nüsse geknackt, getrocknet und dann noch einmal genau begutachtet. Nur was unserem Qualitätsanspruch entspricht, geht in die Presse. Der Rest fließt in andere Verwendungen zurück, nie aber in unser Premiumöl. Diese Konsequenz kostet uns Ertrag – aber sie ist der Grund, warum wir mit gutem Gewissen sagen können, was in der Flasche steckt, ist wirklich das Beste, was unsere Bäume in diesem Jahr hervorgebracht haben.
Wer einmal bewusst zwei Walnussöle nebeneinander verkostet – eines aus Ausschusskernen, eines aus Tafelnussqualität – schmeckt den Unterschied meist sofort heraus: weniger Schärfe, mehr Rundung, eine klarere, nussigere Aromatik ohne störende Nebentöne. Genau dafür lohnt sich der Mehraufwand.
Wenn du wissen willst, wie sich diese Sorgfalt im Geschmack unseres aktuellen Jahrgangs zeigt – probiere es selbst. Unsere Mengen sind wegen dieser strengen Auswahl naturgemäß begrenzt.