Wer zum ersten Mal unser Walnussöl in den Händen hält, ist manchmal überrascht: keine schlanke Glasflasche, wie man sie von hochwertigen Speiseölen gewohnt ist, sondern ein Weißblechkanister. Für uns war diese Entscheidung kein Kompromiss, sondern das Ergebnis einer klaren Überlegung, die genau bei dem ansetzt, was ein empfindliches Öl am meisten schützen muss – Licht.
Das Öl wird sofort nach der Pressung abgefüllt, um zu verhindern, dass es möglichst wenig mit Sauerstoff in Kontakt kommt, und zwar direkt in aluminiumfreie Weißblechkanister. Diese Weißblechkanister haben sich bewährt, weil zum einen kein Licht hineinkommt – das ist ganz, ganz wichtig. Deshalb lagern wir die Behälter auch weit ab von Licht, sowieso ohne jede direkte Sonneneinstrahlung.
Der Grund dafür liegt in der Chemie der Fettsäuren selbst. Walnussöl enthält einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, insbesondere Linolsäure und Alpha-Linolensäure. Diese Fettsäuren besitzen mehrere Doppelbindungen in ihrer Molekülstruktur, die sie zwar ernährungsphysiologisch besonders wertvoll machen, gleichzeitig aber auch chemisch reaktionsfreudig gegenüber Licht und Sauerstoff. UV- und sichtbares Licht liefern die Energie, die nötig ist, um an diesen Doppelbindungen radikalische Oxidationsreaktionen auszulösen – ein Prozess, den man landläufig als Ranzigwerden kennt. Klarglasflaschen bieten hiergegen praktisch keinen Schutz, selbst braune oder grüne Glasflaschen filtern nur einen Teil des Lichtspektrums heraus.
Ein blickdichter Weißblechkanister dagegen lässt grundsätzlich kein Licht hindurch, unabhängig von der Wellenlänge. Für ein Öl, das ohnehin schon empfindlich ist, weil es kaltgepresst und unraffiniert bleibt, ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber jeder Glasverpackung, egal wie dunkel getönt sie sein mag.
Neben dem Lichtschutz gibt es noch einen zweiten Grund, der uns überzeugt hat. Die Recyclingquote von Weißblech liegt in Deutschland bei 93,3 Prozent – dies ist die höchste Recyclingquote unter Verpackungswerkstoffen überhaupt. Für einen bio-veganen Hof, dem der Kreislaufgedanke nicht nur bei der Feldarbeit, sondern auch bei der Verpackung wichtig ist, war das ein klares Argument. Ein Material, das nach Gebrauch nahezu vollständig wieder in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden kann, passt einfach besser zu unserer Haltung als eine Verpackung, die zwar edel aussieht, aber weder unser Öl optimal schützt noch ökologisch überzeugender ist.
Natürlich verlangt der Kanister etwas Umgewöhnung beim Dosieren gegenüber einer schlanken Flasche mit Ausgießer. Aber genau dieses kleine Umdenken beim Anwender ist für uns ein akzeptabler Preis für ein Öl, das auf dem Weg vom Presskessel bis zur eigenen Küche so wenig Qualität wie möglich verliert.
Wer unser Öl bestellt, bekommt also nicht nur den Inhalt, sondern auch eine bewusst durchdachte Verpackung mit – solange der aktuelle Jahrgang eben reicht.