Viele Menschen verbinden ökologischen Landbau automatisch mit einer Landwirtschaft ohne Dünger. Tatsächlich ist das nicht der Fall.
Auch im Bio-Anbau müssen Pflanzen mit Nährstoffen versorgt werden. Die entscheidende Frage lautet lediglich, welche Dünger verwendet werden dürfen.
Warum auch Bio-Betriebe düngen müssen
Jede Ernte entzieht dem Boden Nährstoffe. Ohne eine Rückführung dieser Nährstoffe würde die Bodenfruchtbarkeit langfristig sinken.
Deshalb nutzen auch Bio-Betriebe verschiedene Formen der Düngung. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass viele synthetische Mineraldünger ausgeschlossen sind und stattdessen natürliche oder organische Quellen genutzt werden.
Tierische Dünger im ökologischen Landbau
Zu den bekanntesten zugelassenen Düngern gehören Mist, Gülle und Jauche aus der Tierhaltung.
Diese Stoffe werden seit Jahrhunderten in der Landwirtschaft eingesetzt und spielen auch heute noch auf vielen Bio-Betrieben eine wichtige Rolle.
Darüber hinaus sind weitere organische Dünger tierischen Ursprungs erlaubt.
Hornspäne, Hornmehl und andere Produkte
Was viele Verbraucher nicht wissen: Auch Produkte aus tierischen Nebenprodukten können im ökologischen Landbau verwendet werden.
Dazu gehören beispielsweise Hornspäne oder Hornmehl, die häufig als Stickstoffdünger eingesetzt werden.
Je nach Herkunft und Verarbeitung sind auch weitere organische Düngemittel tierischen Ursprungs zugelassen.
Pflanzliche Alternativen
Neben tierischen Düngern existieren zahlreiche pflanzliche Möglichkeiten, die Bodenfruchtbarkeit zu fördern.
Dazu gehören Leguminosen wie Klee, Gründüngungen, Mulchsysteme, Pflanzenkomposte und andere Formen organischer Biomasse.
Genau auf diese Methoden setzen wir auf unserem Hof. Unser Ziel besteht darin, die Fruchtbarkeit der Böden möglichst über pflanzliche Kreisläufe und ein aktives Bodenleben aufzubauen.
Warum wir diese Unterschiede wichtig finden
Aus unserer Sicht sollten Verbraucher wissen, dass Bio und bio-vegan nicht dasselbe sind.
Beide Systeme verfolgen das Ziel einer nachhaltigen Landwirtschaft, unterscheiden sich jedoch bei der Frage, welche Betriebsmittel eingesetzt werden.
Wissen schafft Transparenz
Ob man tierische Dünger für sinnvoll hält oder nicht, ist letztlich eine persönliche Entscheidung.
Wichtig ist aus unserer Sicht vor allem Transparenz. Wer Lebensmittel kauft, sollte die Möglichkeit haben zu verstehen, wie sie erzeugt wurden und welche Rolle unterschiedliche Düngesysteme dabei spielen.
Nur so können Verbraucher selbst entscheiden, welcher Ansatz am besten zu ihren eigenen Vorstellungen passt.