Es ist eine der Fragen, die uns am häufigsten gestellt wird: Wie lange muss ein Walnussbaum stehen, bis erste Erträge, die ersten Nüsse wachsen und erste Erträge zu verzeichnen sind? Die Antwort ist weniger einfach, als man zunächst vermuten würde, denn sie hängt maßgeblich davon ab, um welche Art von Baum es sich überhaupt handelt.
Wir setzen ja hauptsächlich oder fast ausschließlich auf veredelte Bäume. Das heißt, dass die Edelbäume bereits gelernt haben, Nüsse zu produzieren, genauso wie es beim Anbau von anderem Obst gemacht wird. Das bedeutet, im Prinzip trägt der Walnussbaum schon ab dem ersten Jahr. In der Praxis ist es eher so, dass zwei- bis dreijährige Bäume eingepflanzt werden, und das Wachstum des Baumes ist dann nicht konstant.
Es ist möglich, dass der Baum erst ein, zwei Jahre so langsam vor sich hin wächst, und dann gibt es diesen Moment, in dem sich die Wurzeln etablieren, und dann explodiert der Baum förmlich, in dem Sinne, dass er sehr schnell wächst und von einem Bäumchen zu einem Baum wird. Das ist dann der Moment, in dem er eine richtige Krone aufbaut und entsprechend auch viele kleine Äste hat, an denen die Nüsse dann wachsen. Vom Moment der Pflanzung eines zwei-, dreijährigen Baumes müssen schon drei, vier Jahre vergehen, bis der Baum die ersten Erträge bringt, und dann geht es relativ schnell nach oben.
Anders ist es bei Sämlingen: Dort weiß man nicht, wie die Nüsse sein werden, denn nur selten hat die Nuss die gleichen genetischen Eigenschaften wie der Mutterbaum. Das bedeutet, dass man dann, wenn man Glück hat, nur fünf Jahre warten muss, wenn man Pech hat, vielleicht 25 Jahre warten muss, bis erste Erträge eintreffen, ohne vorher zu wissen, wie diese ausfallen werden.
Bis zum sogenannten Vollertrag vergeht dann noch deutlich mehr Zeit. Im Vollertrag stehen die Bäume dann etwa ab dem zehnten Standjahr, wobei das natürlich sehr abhängig vom Standort und der Entwicklung des Baumes ist. Zwischen der ersten kleinen Ernte und dem vollen, ausgereiften Ertrag eines Baumes liegt also noch einmal ein ganzes Jahrzehnt kontinuierlicher Entwicklung.
Botanisch erklärt sich dieser lange Zeitraum durch die besondere Wuchsstrategie des Walnussbaums: Er investiert in den ersten Standjahren einen Großteil seiner Energie in den Aufbau der tiefen Pfahlwurzel, statt vorrangig in Kronenwachstum und Fruchtansatz. Diese unterirdische Investition zahlt sich später aus, denn ein tief verwurzelter Baum kann sich, einmal etabliert, weitgehend selbst mit Wasser versorgen und wird zudem widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden und Windbelastung.
Zeitachse im Überblick
- Pflanzung eines zwei- bis dreijährigen, veredelten Baumes
- Drei bis vier Jahre bis zu den ersten Erträgen
- Zunehmend steigende Erträge in den Folgejahren
- Vollertrag etwa ab dem zehnten Standjahr
- Bei Sämlingen: fünf bis 25 Jahre bis zum ersten, unvorhersehbaren Ertrag